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Regeln

Musikrechte für Webradio: so funktioniert es

Von Streamtoppers.nl2 Min. Lesezeit

Wer auf seinem Internetradio Musik spielt, macht diese Musik öffentlich zugänglich. Die Menschen, die sie schreiben, spielen und aufnehmen, haben dafür Anspruch auf eine Vergütung. In den meisten Ländern regelst du das über Verwertungsgesellschaften. So funktioniert es in groben Zügen.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Erklärung und keine Rechtsberatung. Regeln und Tarife unterscheiden sich je nach Land und ändern sich. Prüfe die aktuellen Regeln immer auf den Websites der Organisationen selbst oder wende dich direkt an sie.

Zwei Arten von Rechten

Zu einem Song gehören grob zwei Gruppen von Rechteinhabern:

  • Die Urheber: Komponisten und Textdichter sowie ihre Musikverlage. Ihre Rechte heißen Urheberrechte.
  • Die Interpreten und Produzenten: die Künstler, die den Song spielen oder singen, und die Plattenfirmen, die die Aufnahme gemacht haben. Ihre Rechte heißen Leistungsschutzrechte.

Jede Gruppe hat meist eine eigene Verwertungsgesellschaft. Für ein Webradio, das Musik spielt, hast du in der Regel mit beiden zu tun.

Beispiele nach Land

LandUrheberInterpreten und Produzenten
DeutschlandGEMAGVL
NiederlandeBuma/StemraSena
ÖsterreichAKMLSG
SchweizSUISASwissperform

Andere Länder haben vergleichbare Organisationen. Frag bei den Organisationen in deinem Land nach, welche Lizenz für Internetradio gilt.

Was musst du regeln?

  1. Finde heraus, welche Lizenz zu deinem Sender passt. Es gibt Regelungen für Webcasting und Internetradio. Wie die Lizenz aussieht, hängt unter anderem von der Zahl deiner Hörer ab, ob du Einnahmen hast (zum Beispiel aus Werbung) und ob du ein Verein, eine Stiftung oder ein Unternehmen bist.
  2. Melde dich an und frag nach den Bedingungen für deine Situation.
  3. Halte fest, was du spielst. Oft musst du melden, welche Titel du gespielt hast. Ein gutes Streaming-Panel und eine Website, die alles Gespielte speichert, machen das deutlich einfacher.

Häufige Irrtümer

  • „Mein Sender ist klein, also muss ich nichts tun.“ Auch kleine Sender machen Musik öffentlich. Oft gibt es Regelungen für kleine Sender, aber du musst es trotzdem regeln.
  • „Ich habe die Musik gekauft, also darf ich sie spielen.“ Ein gekaufter Song ist zum eigenen Hören. Ihn an andere zu senden ist etwas anderes und braucht eine Lizenz.
  • „Mein Streaming-Anbieter regelt das.“ Manchmal ja, oft nicht. Frag nach und lass es dir schriftlich bestätigen.
  • „GEMA-freie Musik ist für alles kostenlos.“ Lies die Bedingungen genau. Manchmal ist sie frei für Videos, aber nicht fürs Radio.

Hörer im Ausland

Internetradio ist überall zu hören. Richtest du dich bewusst an Hörer in anderen Ländern, können auch dort Regeln gelten. Frag bei den Organisationen nach, was deine Lizenz abdeckt.

Praktische Tipps

  • Bewahre eine Übersicht über das Gespielte auf, pro Monat. Eine Liste „Was war das für ein Song?“ auf deiner Website kann dabei helfen.
  • Lege die Lizenzdaten mit dem Verlängerungsdatum in deinen Unterlagen ab.
  • Spielst du auch eigene Produktionen oder Musik befreundeter Künstler? Halte schriftlich fest, dass du sie senden darfst.

Mehr zum Start deines Senders in ein eigenes Internetradio starten.